{"id":911,"date":"2014-07-06T14:24:07","date_gmt":"2014-07-06T12:24:07","guid":{"rendered":"http:\/\/annamorena.de\/travelblog\/?p=911"},"modified":"2014-07-31T18:04:26","modified_gmt":"2014-07-31T16:04:26","slug":"who-is-your-golem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/annamorena.de\/travelblog\/?p=911","title":{"rendered":"Who is your Golem?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_908\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/annamorena.de\/travelblog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/IMG_9775-e1404646446222.jpg\" rel=\"lightbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-908\" class=\"wp-image-908 size-full\" src=\"https:\/\/annamorena.de\/travelblog\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/IMG_9775-e1404646446222.jpg\" alt=\"IMG_9775\" width=\"600\" height=\"600\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-908\" class=\"wp-caption-text\">Der Golem &#8211; eine Gestalt, die immer wieder in Prag auftaucht oder mit der Stadt in Verbindung gebracht wird.<\/p><\/div>\n<p><em>&#171;Der Golem ist eine Figur der j\u00fcdischen Legende, die in B\u00f6hmen aber auch anderswo in Mitteleuropa verbreitet war. Dabei handelt es sich um ein in menschen\u00e4hnlicher Gestalt aus Lehm gebildetes Wesen, das durch Magie zum Leben erweckt wurde. Der Golem besitzt besondere Kr\u00e4fte, kann Befehlen folgen, aber nicht sprechen.&#187;<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bei der Legende des Prager Golem spiel der aus Worms stammende Rabbiner Judah L\u00f6w eine zentrale Rolle. Er sollte dem bedr\u00e4ngten j\u00fcdischen Volk von Prag helfen. Den Juden wurde vorgeworfen, Ritualmorde an kleinen Kindern zu begehen. <em>&#171;<span style=\"color: #252525;\">Der Himmel gab dem Rabbi im Traume den Gedanken ein, aus Ton das Bild eines Menschen zu formen, um so die gegen die Prager Juden gerichteten Pl\u00e4ne zu vereiteln (<\/span>ata bra Golem devuk hakhomer v&#8217;tigtzar tzedim khevel torfe yisrael<span style=\"color: #252525;\">\u00a0\u2013 \u201eschaffe du aus Lehm einen Golem und \u00fcberwinde das feindselige Pack, welches den Juden \u00dcbles will\u201c). [&#8230;]\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Um vier Uhr morgens (es soll sich um den 20. Adar 5340 gehandelt haben, was dem 17. M\u00e4rz 1580 entspr\u00e4che) begaben sich die drei M\u00e4nner zu einer Lehmgrube an der Moldau au\u00dferhalb der Stadt. Aus feuchtem Lehm fertigten sie eine drei Ellen hohe Figur an, der sie menschliche Z\u00fcge verliehen. Als dies geschehen war, befahl Rabbi L\u00f6w seinem Schwiegersohn, siebenmal um den Golem herumzugehen und hierbei eine Formel (tzirufim) aufzusagen, die der Rabbi ihm vorgab. Hierauf begann die Tonfigur zu gl\u00fchen, als sei sie dem Feuer ausgesetzt. Danach umschritt der Sch\u00fcler den Golem siebenmal: der K\u00f6rper wurde feucht und str\u00f6mte D\u00e4mpfe aus, und dem Golem entsprossen Haare und Fingern\u00e4gel. Als letzter schritt der Rabbi siebenmal um den Golem herum, und schlie\u00dflich stellten sich die drei Beteiligten zu F\u00fc\u00dfen des Golems auf und sprachen gemeinsam den Satz aus der Sch\u00f6pfungsgeschichte: \u201eUnd Gott blies ihm den lebendigen Atem in die Nase, und der Mensch erwachte zum Leben.\u201c [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p><em>In der Stube des Rabbi pflegte der Golem in einer Ecke zu sitzen, und kein Leben war an ihm zu erkennen. Zum Leben erweckt wurde der Golem erst durch kabbalistische Rituale mit Hilfe des Sefer Jezirah. Hierzu musste ihm ein Zettel mit dem Schem, dem Namen Gottes, unter die Zunge gelegt werden. Dieser Zettel verlieh ihm Leben; sollte der Golem auf seinen Missionen aber nicht gesehen werden, so legte ihm der Rabbi zus\u00e4tzlich ein Amulett aus Hirschhaut um. Die Aufgabe des Golems war es, in der Zeit vor dem Pessachfest alln\u00e4chtlich durch die Stadt zu streifen und jeden aufzuhalten, der eine Last mit sich trug, um zu kontrollieren, ob er ein totes Kind mit sich f\u00fchre, um es zum Verderben der Prager Judenschaft in die Judengasse zu werfen. Zus\u00e4tzlich machte sich der Golem als Schammes n\u00fctzlich, indem er die Synagoge ausfegte. Der Zettel unter der Zunge musste an jedem Sabbat (der Tag, an dem nach j\u00fcdischem Glauben nicht gearbeitet werden darf) entfernt werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Nachdem viel Zeit verstrichen war und gegen die Gemeinde keine verleumderischen Anw\u00fcrfe mehr gerichtet wurden, beschloss der Rabbi im Jahr 1593, dass es des Golems nicht mehr bed\u00fcrfe. Nach Angaben von Isaak Kohen, dem Schwiegersohn des Rabbis, soll das erfolgt sein, nachdem im Zuge einer von ihm auf den 23. Februar 1592 datierten Audienz Rabbi L\u00f6w von Kaiser Rudolf II. das Versprechen erwirkt habe, dass gegen Ritualmordbeschuldigungen gegen die Juden in Zukunft unnachsichtig vorgegangen werde.<\/em><\/p>\n<p><em>Rabbi L\u00f6w hie\u00df deshalb Joseph, den Golem, nicht wie \u00fcblich in der Wohnung des Rabbi zu schlafen, sondern sein Bett auf den Dachboden der Altneusynagoge zu stellen. Wieder versammelte er seinen Schwiegersohn und den Sch\u00fcler um sich, die schon bei der Erschaffung des Golems mitgewirkt hatten. Er richtete an sie die Frage, ob der in Lehm zur\u00fcckverwandelte Golem wie ein gew\u00f6hnlicher Toter eine Verunreinigung bewirke, was aber beide nach reiflicher \u00dcberlegung verneinten. So versammelten sich die drei wie bei der Erschaffung des Golems an seinem Bett auf dem Dachboden der Altneusynagoge, wo der Golem schlief, gingen aber genau in entgegengesetzter Reihenfolge vor, als sie es bei der Erschaffung getan hatten. Statt zu seinen F\u00fc\u00dfen standen sie zu seinem Haupt, und die Tzirufim sagten sie r\u00fcckw\u00e4rts auf. Hierauf zerfiel der Golem wiederum zu einem Haufen Lehm, wie er es vor seiner Erschaffung gewesen war. Rabbi L\u00f6w deckte ihn mit den alten Gebetsm\u00e4nteln und mit Schriftrollen zu, die auf dem Dachboden der Altneusynagoge reichlich umherlagen: Anderntags lie\u00df Rabbi L\u00f6w verbreiten, der Golem sei mit unbekanntem Ziel entwichen, und er verbot allen, jemals den Dachboden der Altneusynagoge zu betreten. Gem\u00e4\u00df der Legende wird darum ein Lehmhaufen auf dem Dachboden der Prager Altneu-Synagoge, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges nicht zerst\u00f6rt wurde, als sein \u00dcberrest angesehen.&#187;<\/em><\/p>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Golem\" target=\"_blank\">Wikipedia<\/a>)<\/p>\n<p>Es gibt noch weitere Legenden um den Golem, die sich auf der Wikipedia-Seite nachlesen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#171;Der Golem ist eine Figur der j\u00fcdischen Legende, die in B\u00f6hmen aber auch anderswo in Mitteleuropa verbreitet war. 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